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Problemhundtraining
Problemhunde sind Hunde, die in unserer Gesellschaft
auffällig geworden sind und nicht den Erwartungshaltungen
ihrer Umgebung entsprechen. Oft sind solche Hunde unzureichend
sozialisiert und hatten keine Chance, sich normal zu
entwickeln. Sie zeigen häufig ein stärkeres
„Aggressionsverhalten“ gegenüber anderen
Hunden oder auch gegenüber Menschen. Leider wird
oft übersehen, daß aggressives Verhalten
seinen Grund in Angst haben kann.
Hunde, die Angst haben „versagen und blockieren“
unter normalen Trainingssituationen, die auf einen Hund
mit „normaler Vergangenheit“ zugeschnitten
sind. Ihren Menschen wird dann schnell erklärt,
sie hätten einen Problemhund. Viele Hunde werden
auffällig, weil sie mental absolut unterfordert
sind. Wir leben zum Teil mit Arbeitsspezialisten zusammen,
die den angepaßten und unauffälligen Familienhund
spielen sollen.
Unter uns leben heute auch sehr viele Hund, die aus
Spanien, Griechenland oder der Türkei kommen. Bevor
sie in Tötungs-stationen oder Tierheimen landen,
haben sie oft jahrelang allein oder im Rudel auf der
Straße gelebt. In ihrer neuen Heimat Deutschland
werden sie mit einer vollkommen unbekannten neuen Lebensweise
und unbekannten Erwartungshaltungen konfrontiert. Sie
brauchen Zeit, die man ihnen häufig nicht gibt
und sie haben „Angewohnheiten“, die nicht
erwünscht sind. Ein nicht zu unterschätzender
Aspekt ist die veränderte gesellschaftliche Sicht
auf Hunde. In der Öffentlichkeit wird ein perfekter
Gehorsam gefordert, eine Öffentlichkeit, die aber
gleichzeitig immer weniger Toleranz gegenüber dem
ältesten Begleiter des Menschen zeigt. Diverse
Super-Nannys und Hundeexperten empfehlen im Fernsehen
immer neue Trainingstechniken, die zu einem schnellen
Erfolg führen sollen, zum unauffälligen Hund.
Es wird leider häufig nicht mehr danach gefragt,
wie sich der Hund im Training fühlt, der schnelle
Erfolg ist wichtig, wie er erreicht wird, ist oft nebensächlich.
Solche Hunde benötigen ein Training, das speziell
auf ihre Vergangenheit und die daher resultierenden
Ängste und Blockaden zugeschnitten ist. Ein solches
Training erfordert Geduld und die Bereitschaft, Verständnis
für die Ängste dieser Hunde zu entwickeln.
Mit Druck und harten Methoden erreicht man bei ihnen
überhaupt nichts. Es ist mir ein besonderes Anliegen,
solchen Hunden und ihren Menschen zu helfen, ein problemloses
und „normales“ Leben zu führen.
Es gibt keine Problemhunde. Es gibt lediglich problematische
Lebenssituationen für Hunde. |
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